Wie es weitergeht: BIRKE-Mitglieder werden aktiv
Jan
2010
PRESSEMITTEILUNG
Wie es weitergeht: BIRKE-Mitglieder werden aktiv
Außerordentliche Mitgliederversammlung trifft Entscheidungen über die Zukunft der Schwangerenkonfliktberatungsstelle. BIRKE-Mitglieder beschließen Vereinsausschlüsse und bekräftigen Sparmaßnahmen des Vorstands.
Heidelberg, 07.01.2010. Zum zweiten Mal im abgelaufenen Jahr kamen die Mitglieder der BIRKE am 29. Dezember 2009 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen. Diese war nötig geworden, weil angesichts des erheblichen Spendeneinbruchs über weitere Maßnahmen zur Rettung der Beratungsarbeit gesprochen und entschieden werden musste. Außerdem hatte die Versammlung über den Widerspruch der Mitglieder Sonja Dengler und Dr. Joachim Dengler gegen den vom Gesamtvorstand beschlossenen Vereinsausschluss zu entscheiden.
Hintergründe des Vereinsausschlusses
Nach internen Meinungsverschiedenheiten zwischen der ehemaligen Vorsitzenden des Vereins Sonja Dengler und dem neu gewählten Vorstand, hatte das Ehepaar Dengler am 23. September 2009 unter Verwendung des BIRKE-Briefpapiers die Spender der BIRKE angeschrieben. Dieser Brief war für den Vereinsvorstand der zentrale Anlass für den Ausschluss. Darin formulierten sie schwerwiegende Anschuldigungen und suggerierten unter anderem, dass bei der BIRKE Spendenmittel veruntreut würden. Sie forderten die BIRKE-Spender daher auf, zukünftig an die Spaemann Stiftung zu spenden. Sonja Dengler ist dort laut Satzung Vorsitzende des Vorstands, während Herr Dr. Dengler dem Aufsichtsgremium (Kuratorium) vorsteht.
In der Folge des dadurch verursachten Vertrauensverlustes sind die Spendeneinnahmen unmittelbar seit dem Schreiben um über 50% zurückgegangen. Besonders schwer wiegt der Einbruch im abgelaufenen Dezember, dem Monat, in dem die BIRKE traditionell den Hauptteil ihrer Jahreseinnahmen erhält. Im Vergleich zu den Spendeneinnahmen vom Dezember 2008 hatte es der Verein im vergangenen Monat mit einem Minus von über 60% zu tun.
Entscheidung der Mitgliederversammlung
Nachdem der Vorstand der Mitgliederversammlung seine ausführliche Begründung für den Vereinsausschluss dargelegt hatte, erhielten Herr und Frau Dengler Gelegenheit, ihre Beweggründe ausführlich darzulegen und ihren Widerspruch gegen den Vorstandsbeschluss zu begründen. Dabei bekräftigten sie erneut ihre Auffassung, dass sie ihr Handeln als „Rettungsversuch für die BIRKE“ verstanden wissen wollen. Die Inhalte des Schreibens vom 23. September 2009 seien „Tatsachen“, die sie jederzeit „noch mal unterschreiben würden“.
Das Landgericht Heidelberg hatte mit seinem Urteil vom 13. November 2009 die Verbreitung der wesentlichen, konkreten Aussagen des Schreibens unter Strafandrohung untersagt. Dazu gehören zum Beispiel die Behauptungen, die BIRKE veruntreue Spendenmittel und könne keine gültige Spendenbescheinigung ausstellen. Den Verweis auf dieses Urteil beantwortete das Ehepaar Dengler mit dem Hinweis, gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt zu haben.
Es folgte eine längere Aussprache, in welcher die Mitgliederversammlung mehrere Versöhnungsversuche unternahm und nach Kompromissen suchte. Nachdem es nicht gelang, darüber ins Gespräch zu kommen, folgte die Abstimmung über Ausschluss und Widerspruch. Dabei entschied die Mitgliederversammlung mit deutlicher Mehrheit (bei zwei Gegenstimmen), die ehemalige Vorsitzende sowie ihren Ehemann wegen des verursachten außerordentlichen Schadens aus dem Verein auszuschließen.
Sparmaßnahmen zur Rettung der BIRKE-Arbeit
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die aktuelle finanzielle Lage des Vereins und mögliche Handlungsoptionen besprochen. Während die Zahl der Beratungen von Schwangeren im Konflikt im abgelaufenen Jahr auf Rekordhöhe stieg, musste der Vorstand als Konsequenz aus dem Spendeneinbruch bereits zu drastischen Sparmaßnahmen greifen. Neben den massiven Entlassungen ist auch der Verkauf der vereinseigenen Immobilien eingeleitet worden, um die Beratungsarbeit aufrecht zu erhalten und den Verpflichtungen gegenüber Schwangeren und ihren Familien weiterhin nachkommen zu können. Die Mitgliederversammlung ermächtigte den Vorstand zu dem Verkauf, der im Januar stattfinden soll. Damit ist die BIRKE-Arbeit für die nächsten sechs Monate gesichert.
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